Rückblick - Vorrunde 2012/13 - Herbstmeister

Resümee der Hinrunde
Hamburg, St. Pauli - Was die Kiezkicker von Trainer Horst Fröhlich in der jüngsten Runde der Kreisliga 2 zeigten, verblüffte so manchen Experten und glich einer fast perfekten Vorstellung. Vor allem die heimische Feldstraße verwandelten die Braun-Weißen in eine Festung - 8 Spiele wurden im Schatten des ehrwürdigen Millerntors ausgetragen und allesamt gewonnen. Immer wieder vermuteten die eigenen Fans, dass das gesehene Spiel nicht mehr von der Fröhlich-Elf getoppt werden könnte - aber sie wurden zuhauf eines Besseren belehrt:

So empfing man beispielweise am 6. Spieltag den damaligen Tabellenvierten, den ETV II, an der Feldstraße 71 und schickte die Gäste nach einer sensationellen Vorstellung mit einer 9:1-Packung nach Eimsbüttel zurück. Auch im Derby gegen den SC Sternschanze behielt die Fröhlich-Elf die Oberhand und feierte ein weiteres Torfestival - 5:0.

All diese starken Heim-Auftritte gipfelten dann im Duell der Kiezkicker mit den portugiesischen Verfolgern von Benfica Hamburg (3. Platz) - durch einen ganz besonderen Service von Basisstpauli e.V. hatten selbst Fans, die nicht Vorort sein konnten, die Chance sich per Liveticker über die Geschehnisse auf der Kunstrasenanlage am Millerntor zu informieren. Und jeder Fan, Angehörige, Bekannte oder auch neutrale Zuschauer der an diesem Abend den Weg an die Feldstraße fand, kam voll auf seine Kosten: Satte 11 Tore, intensive und hart umkämpfte Zweikämpfe, hitzige Wortgefechte und Spannung bis zur letzten Sekunde, wurde den Beobachtern geboten - am Ende hieß es nach einem Dreierpack von Stuber und jeweils einem Treffer von Bode, Ben Saad, Pätzold und Ferreira 7:4 für den Kiezclub.

Insgesamt wurden von den 15 Hinrunden-Partien, wie bereits erwähnt, 8 Spiele auf dem heimischen Kunst-Grün ausgetragen und kannten dabei nur einen Gewinner: den FC St. Pauli III. Mit einem überragenden Torverhältnis von 54:8 (+46) deklassierten die Kiezkicker in ihren Heimspielen teilweise ihre Kontrahenten und erzielten dabei durchschnittlich 6,75 Tore, wobei der Schlussmann der Braun-Weißen statistisch gesehen nur ein Mal pro Partie überwunden wurde.

Trotz all dieser meist positiven Momente und Gefühle musste der Kiezclub auch einige harte Rückschläge hinnehmen: So riss sich Ex-Kapitän und Leitwolf Ingo Prüfer in der Saisonvorbereitung das vordere Kreuzband samt Innenmeniskus und auch im Pokal-Wettbewerb (II. Liga-Pokal) verfolgte die Kiezkicker das Pech: Erst riss sich Edin Sarhatlic in der 2. Pokalrunde gegen den SC Teutonia 10 II ebenfalls das Kreuzband, ehe sich Christopher Herrmann im Pokalspiel bei Einigkeit Wilhemsburg II alle Außenbänder durchtrennte. Auch in der 4. Runde gegen den SC Condor II folgte eine schwerwiegende Verletzung: Torwart Thorbjörn Stäcker brach sich den kleinen Finger und grüßt seither mit einer Metallplatte und fünf kleinen Schrauben.

Mit einer Erfolgsserie von damals 18 ungeschlagenen Pflichtspielen in Folge (16 Siege, 2 Unentschieden), reiste man bereits am 3. Spieltag nach Stellingen zum Topspiel gegen den FK Nikola Tesla. Trotz der eigenen Verletzungsmisere und einer Rot-Sperre von Christopher Bode rechnete sich der Kiezclub gute Chance gegen die starken Serben, die sich selbst als alleiniger Meisterschaftsfavorit betiteln, aus. Bei Temperaturen von über 30°C im Schatten, zeigten sich die Teslaner an diesem Tag jedoch deutlich lauf- und bewegungsfreudiger und so setzte es eine verdiente 3:1-Niederlage - der bislang einzige Punktverlust dieser Spielzeit. Mit diesem Misserfolg verlor man nicht nur drei Punkte, das direkte Duell mit dem damaligen Spitzenreiter sondern rutschte auch in der Tabelle vom 2. auf den 5. Platz.

In der Folge zeigten die Kiezkicker aber wahre Charakterstärke und machten da weiter, wo sie vor dem verlorenen Topspiel aufhörten - mit Siegen! All diese Bemühungen schlossen sich am 30.09.2012 (9. Spieltag) wieder zusammen, als man mit einem 5:2-Erfolg (Tore: 3x Ferreira, Plum, Kamptmann) die Tabellenspitze erklimmen und nun, nach der abgeschlossenen Hinrunde, die 1. Herbstmeisterschaft der Mannschaftshistorie feiern konnte.


Neben den vielen Neuzugängen, die sich bestens ins Mannschaftsgefüge integriert haben, zeigte auch die Stammgarde um Kapitän Stuber, warum sie bereits in der letzten Saison für Furore sorgte und nur knapp den Bezirksliga-Aufstieg verfehlte. Vor allem die beste Offensive der Liga machte den St. Pauli-Anhängern Freude: 16 verschiedene Kiezkicker erzielten in nur 15 Partien sagenhafte 75 Treffer. Die erfolgreichsten Torschützen sind aktuell mit jeweils 14 Treffern Arne Pätzold und Alexander Stuber, die mit 24 bzw. 25 Scorerpunkten am häufigsten aller Braun-Weißen direkt an Kiez-Toren beteiligt waren. Aber ein anderer sorgte für die spektakulärsten Treffer dieser Hinrunde: Sven Kamptmann. Vor allem einige seiner sieben Tore blieben den zahlreichen Zuschauern im Gedächtnis. So z.B. sein fulminanter Distanzschuss aus 35 Metern zum 2:0 und seine herrliche Volley-Abnahme zum 5:1 gegen den SC Hamm oder auch das wichtige 1:1 gegen den FC Alsterbrüder aus 30m.

Die neue Auszeichnung des "Man of the Match", die nach jedem Punktspiel durch ein User-Voting ermittelt wird, sorgte bei allen Beteiligten für viel Freude und heißen Diskussionsstoff. Aktuell liegt Kapitän Stuber mit 5 Titeln vorne und kann sich derzeit die größte Hoffnung auf die Auszeichnung des  "Kiezkicker of the Year" machen.

Bevor es für die Fröhlich-Elf in die wohlverdiente Winterpause geht, stehen noch drei wichtige Partien vor der Tür. Zum ersten Rückrundenspiel empfangen die Kiezkicker am 16.11. die Zweitvertretung von Altona 93 an der heimischen Feldstraße, ehe man am 23.11. bei Komet Blankenese gastiert. Das letzte und wohl wichtigste Spiel im Jahr 2012 steigt am 30.11., wenn der FC St. Pauli III den FK Nikola Tesla zum Tanz bittet!

Ein ganz besonderer Dank der Mannschaft gilt natürlich unserem Funktionsteam. Durch die Arbeit von Horst Fröhlich, Co-Trainer Christian Köpke, Betreuer Frank Wulf und Manager Björn Schwarze wird jedem Spieler der 3. Herren ein Umfeld geboten, in dem man mit viel Spaß erfolgreichen Fußball spielen kann - vielen Dank!!!

 

Autor: Stuber


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