FC St. Pauli III 4:1 FC Kurdistan Welat

 

Aufstellung

 

Spielbericht 

Am vergangenen Sonntag empfing der FC St. Pauli III auf der heimischen Kunstrasenanlage am Millerntor, zur ungewohnten Anstoßzeit um 12:00 Uhr, den FC Kurdistan Welat. Bereits am Freitag-Abend konnte die Profimannschaft der Kiezkicker einen wichtigen Heim-Dreier gegen den FSV Frankfurt einfahren und sich so etwas Luft im Abstiegskampf der 2. Bundesliga verschaffen. Nun wollte es ihnen also die Drittvertretung der Braun-Weißen gleich tuen und die drei Punkte am Millerntor einhamstern, um so den Anschluss an den Liga-Primus FK Nikola Tesla nicht zu verlieren.

Schon vor dem Anpfiff war klar, dass der Gast aus Wilhelmsburg alles daran setzen würde, dieses Vorhaben zu verhindern, denn auch sie selbst betonten im Vorfeld der Partie, dass sie den Kampf um die Spitzenplätze noch nicht aufgegeben haben. So äußerte FCKW-Obmann Amed Azizoglu gegenüber fußballhamburg.de: „Es sind noch 13 Spiele zu absolvieren, in denen 39 Punkte möglich sind. Wir wollen das Maximale rausholen, um den Anschluss nach oben nicht zu verlieren. Wir haben eine ganz junge Truppe, die sicherlich mit den schönsten Fußball in der Liga spielt. Unter der Woche wird noch einmal getestet und dann freuen wir uns auf das Spitzenspiel beim FC St. Pauli III am kommenden Wochenende.“

Die Brisanz dieses Aufeinandertreffens könnte größer also kaum sein und dementsprechend gingen beide Teams top motiviert in die Begegnung. Gleich in den ersten Minuten nach Anpfiff entwickelte sich, auf dem schneebedeckten und schwer zu bespielenden Kunstgrün an der Feldstraße 71, eine mit offenem Visier geführte Partie. Beide Mannschaften schenkten sich nichts und drückten sofort aufs Gaspendel.

Die Kiezkicker, die noch vor Wochenfrist den SC Sternschanze mit einem 9:0 Derbysieg zur Verzweiflung trieben, verzeichneten die erste gute Tormöglichkeit, als Stuber eine Pätzold-Verlängerung knapp neben das Tor setze (5.). Fast im direkten Gegenzug nutzten dann jedoch die Gäste einen Abwehrfehler der Braun-Weißen: Ein verunglückter Befreiungsschlag von Innenverteidiger Walter eröffnete Kurdistan-Stürmer Hayatin Bilin den freien Weg zum Tor, der sich nicht zwei Mal bitten ließ und überlegt zur umjubelten 1:0-Führung der Rot-Gelben einschob (7.).

Kaum geschockt von dem Gegentreffer schüttelten sich die Kiezkicker einmal kräftig und suchten sofort wieder den Weg nach vorne. Bereits wenige Spielzüge nach dem Führungstreffer der Gäste, konnte die Fröhlich-Elf diesen wieder egalisieren: Nach einer Bode-Ecke tauchte am 2. Pfosten völlig unbewacht Roman Kasper auf, der mit seiner ganzen Routine zum wichtigen 1:1-Ausgleich einnickte - sein 1. Pflichtspieltor für die Kiezkicker (11.).

Nun riss der Kiezclub das Spiel mehr und mehr an sich, wobei der FC Kurdistan Welat in der Offensive stets brandgefährlich blieb und die Kiez-Hintermannschaft gut beschäftigte. Der zum Anpfiff noch fast komplett schneebedeckte Platz ließ inzwischen auch Kurzpasskombinationen zu und so spielten sich Pätzold und Stuber auf der rechten Außenbahn durch eine sehenswerte Ballstafette frei, die Zweitgenannter mit einer wahren Traumflanke in den Sechzehner abschloss und Kasper‘s Kopfball das Gehäuse der Gäste nur denkbar knapp verfehlte (21.).

In der Folge sahen die Zuschauer weiterhin eine hart umkämpfte und spielerisch ansprechende Partie, wobei zunächst weitere hochkarätige Tormöglichkeiten ausblieben. Kurz vor dem wohlverdienten Pausentee drosch Kurdistan’s Yekbun Yildiz, nach einer verunglückten Stuber-Abwehr, das Leder an den Pfosten des Kieztores (42.) und auch die Braun-Weißen verpassten in Person von Stuber nur um wenige Zentimeter den Führungstreffer (44). So ging es letztlich mit einem leistungsgerechten 1:1 Unentschieden in die warmen Umkleidekabinen der Kunstrasenanlage am Millerntor.

Nicht nur angeheizt von den angenehmen Temperaturen der Kabinen, sondern auch von den Halbzeit-Ansprachen der Trainer, machten beide Mannschaften sofort da weiter, wo sie vor dem Pausenpfiff aufhörten. Bevor überhaupt alle Zuschauer ihren Platz wieder eingenommen hatten, schickte Vartan nach Wiederanstoß Stuber mit einem starken Diagonalpass auf die Reise, dessen scharfe Hereingabe mit viel Mühe von Cahit Koc entschärft werden konnte (46.) und auch auf der Gegenseite verhinderte Matthias Fuhr den erneuten Rückstand seines Teams: Nachdem die Braun-Weißen einen Eckball nicht klären konnten, parierte der Kiez-Schlussmann mit einem sensationellen Reflex aus kürzester Distanz die Chance und zeigte damit, warum er einst in der Bundesliga A-Jugend des FC St. Pauli zwischen den Pfosten stand (47.).

Gerade als es so schien, als würde der FC Kurdistan Welat Überwasser in diesem hitzigen Duell gewinnen, markierte Arne Pätzold in unnachahmlicher Manier den Führungstreffer der Fröhlich-Elf: Nach einem abgewehrten Eckstoß, eroberte sich der FCSP-Stürmer den Ball an der Mittellinie, verteidigte diesen gegen drei Gegenspieler und netzte mit kräftiger Mithilfe von Gäste-Keeper Koc zum 2:1 ein (61.) Kurz darauf kam es sogar noch besser für die Kiezkicker: Eine zu kurz abgewehrte Flanke landete beim unbewachten Kamptmann, der wuchtig und unhaltbar aus 10m zum 3:1 einköpfte - der Doppelschlag und die Vorentscheidung der Partie (65.).

Nun merkte man den Gästen aus Wilhelmsburg die Unzufriedenheit und Enttäuschung an. Zwar bemühte man sich um den Anschlusstreffer, brachte nochmals zwei frische Spieler und warf alles nach vorne, aber dies bot dem Tabellenzweiten vom Millerntor Räume und Chancen zum Kontern. Spätestens mit dem 4:1 durch Pätzold, der vom eingewechselten Ehrhorn bedient wurde, resignierte sogar der letzte Spieler und Anhänger des FCKW (85.).

Fazit: Der FC St. Pauli III gewinnt in der Summe verdient, aber vielleicht ein oder zwei Tore zu hoch gegen einen tapfer und aufopferungsvoll kämpfenden Tabellensechsten, der sich nach der Niederlage höchst wahrscheinlich auf ein weiteres Jahr Kreisliga-Fußball einstellen muss. Beide Mannschaften zeigten eine starke Leistung mit ansprechendem Offensiv-Fußball auf dem schwer zu bespielenden Kunstrasen am Millerntor. Letztlich konnte sich die Cleverness und die individuelle Klasse der Kiezkicker durchsetzen, die sich weiterhin in Lauerstellung zum FK Nikola Tesla befinden.

Am kommenden Sonntag gastiert der Kiezclub bei der Zweitvertretung des Eimsbütteler TVs. Anstoß ist um 14:00 auf der neuen Kunstrasenanlage am Lokstedter Steindamm 75.

 

Auswechselungen

Ohmenzetter <-> Ehrhorn (37. Minute)
Kamptmann <-> Schneider  (80. Minute)

Pätzold <-> Müller (86. Minute)

 

Tore

0:1 Bilin - Welat (7. Minute)  

1:1 Kasper (Bode | 11. Minute)          

2:1 Pätzold ( - | 61. Minute)

3:1 Kamptmann ( - | 65. Minute)

4:1 Pätzold (Ehrhorn | 85. Minute)

 

Man of the Match

Arne Pätzold (18,29% - 15 von 82 Stimmen)

 

Spielbericht: Stuber


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